Judenhass, Islamismus und verweigerte Hilfe: Die Wahrheit hinter Hate Aid

Hate Aid inszeniert sich als seriöse NGO, die gegen Hass im Netz vorgeht. Eine Recherche legt die wahre Gesinnung der vermeintlichen Demokratieschützer offen.

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Die Hate Aid-Gesellschafter Gerald Hensel, Anna-Lena von Hodenberg und Astrid Deilmann.

Hate Aid wird in Politik und Medien als seriöse NGO gelobt, die Hass im Netz bekämpft. Betroffene sollen – unabhängig ihrer politischen Orientierung – mentale, finanzielle und juristische Unterstützung erfahren. Dafür bekommt die NGO große Summen vom Staat und wird von der Regierung als Verteidiger der Demokratie gefeiert.

Eine Analyse der Beiträge, die Hate Aid auf der eigenen Homepage veröffentlicht hat, zeigt: Hinter der objektiv-seriösen Fassade der NGO verbirgt sich ein linksideologisches Weltbild, das Hass nur auf der rechten Seite verortet, legitime Meinungen als rechtsextrem diffamiert und muslimischen Antisemitismus zu einer Erfindung des NS-Regimes erklärt. Es wird deutlich, dass Hate Aid mit Islam-Verbänden kooperiert, die Kontakte zu Islamisten pflegten, während die NGO Islam-Kritikern und Menschen, die ideologisch nicht auf Linie sind, bewusst Hilfe verwehrt. Es kommt der Verdacht auf, dass Hate Aid radikale Aktivisten unterstützt – und somit selbst an der Verbreitung von Hass und Hetze beteiligt ist. 

Guter und schlechter Hass

Dass Hate Aid politisch voreingenommen ist, macht die NGO auf ihrer Homepage selbst deutlich. Da heißt es, dass man Menschen, die „selbst Hass im Netz verbreiten“ nicht helfe. Was jedoch als „Hass“ gilt, definiert die NGO selbst. Ein Blick auf die publizierten Inhalte zeigt schnell, dass dies nach fragwürdigen Maßstäben geschieht.

Ein Sticker der Linken, auf dem kritische Frauen sexistisch beleidigt werden.

So findet sich auf der Homepage von Hate Aid ein Artikel zum Thema „Queerfeindlichkeit. Dort wird behauptet, dass die biologische Zweigeschlechtlichkeit nicht existiere. Frauen und Lesben, die dennoch darauf beharren, dass Frauen keinen Penis haben können, werden als „TERFs“ (Trans-Exclusionary Radical Feminist. Also: Trans-ausschließende Radikalfeministin), die „Hass und Hetze gegen trans Personen“ verbreiten. Konkret heißt es bei Hate Aid: „TERFs glauben an ein binäres Geschlechtermodell, das sich anhand der Genitalien ablesen lässt”.

 

 

Dabei ist klar: Der Begriff „TERF“ gilt unter Trans-Aktivisten als Beleidigung für Frauen, die auf ihre Schutzräume beharren und Kritik am queeren Aktivismus üben. Häufig fällt der Begriff im Zusammenhang mit Morddrohungen und Gewaltfantasien.

Ein Protest im Bonn von Trans-Aktivisten mit Morddrohungen.

Neben sinnvollen Ratgebern über Doxing (Veröffentlichen der Privatadresse im Netz), rechtssichere Screenshots und kindersicheres Internet findet man bei Hate Aid zahlreiche weitere Artikel, die fragwürdige Theorien aus den Genderwissenschaften und den Social-Justice-Disziplinen beinhalten.

Da gibt es Beiträge über Intersektionalität, Islamophobie und White Privilege. Hass, Gewalt und Terrorismus wird einheitlich im rechten Spektrum verortet. So wird vor Corona-Leugnern, Klimawandel-Leugnern, rechten Trollen und Verschwörungstheorien gewarnt.

In einem Beitrag über „stochastischen Terrorismus“ wird behauptet, dass Hasskommentare im Netz zu realer Gewalt führen können. So heißt es auf Hate Aid: “Jede*r User*in auf digitalen Plattformen trägt durch Klicks, Likes und Shares von extremistischen Inhalten dazu bei, Wut und Hass zu schüren. So lange, bis sich eine Person berufen fühlt, diesen Hass in einem Attentat auszuleben. Alle, die davor digital mitgemacht haben, sind mitschuldig.”

Hate Aid redet hier Menschen ein, dass sie an grausamen Terrorattacken schuld seien, wenn sie Hass im Netz verbreiten oder ihn nicht bekämpfen – und setzt harmlose Kommentare im Internet mit grausamen Morden gleich.

Über linken Extremismus und die Gräuel der Hamas vom 07. Oktober, der Hisbollah oder die frauen- und homofeindliche Ideologie des iranischen Mullah-Regime findet man auf der Hate-Aid-Seite kein Wort. Stattdessen kuschelt die NGO mit radikalen Islam-Verbänden und framt Judenhass als ein Phänomen, das ausschließlich in der politischen Rechten zu Gewalt führe.

Islamistischer Terror wird totgeschwiegen

So wird in einem Artikel der Judenhass im Islam zwar erwähnt, aber sofort als ein gängiges „antijüdisches Narrativ“ beschwichtigt, das auch im Christentum zu finden sei. Dennoch sei es „wichtig zu erwähnen“, dass „Antisemitismus fester Bestandteil der rechtsextremen Ideologie“ sei, die schnell in realen Terrorismus enden könne. Als Beispiel wird ein rechtsextremistischer Anschlag auf die Synagoge in Halle im Jahr 2019 genannt. Islamistische Terror-Attacken, wie der von Anis Amri am Berliner Breidtscheidplatz, erwähnt Hate Aid nicht. Der massive Hass auf Juden, der sich in muslimischen Communitys während des Gaza-Krieges in Deutschland (und der gesamten westlichen Welt) in Attacken auf Synagogen, jüdische Restaurants, Cafés und Wohnungen entlud, schweigt Hate Aid tot. Stattdessen wird behauptet, dass „rechte Parteien“ und „Rechtspopulist*innen“ ihr Engagement gegen Judenhass nur vortäuschten, „um anti-muslimischen Rassismus zu verbreiten“.

Geschichtsklitterung bei Hate Aid

Der Islam an sich wird von Antisemitismus freigesprochen. So heißt es auf Hate Aid , dass sich erst „durch die Nationalsozialist*innen“ der „europäische Antisemitismus“ im arabischen Raum verbreitet habe. Es seien die Nazis gewesen, die dort „die ideologische Ablehnung des Judentums“ schürten, „um Muslim*innen gegen einen jüdischen Teilstaat in Palästina aufzuhetzen“ und, „um die Shoa und damit die Vernichtung jüdischen Lebens auf den arabischen Raum auszubreiten“. Das sorge heute „für eine antisemitische Ablehnung Israels in vielen arabischen Ländern“, so Hate Aid.

Hate Aid betreibt hier Geschichtsklitterung, um den Judenhass im radikalen Islam zu negieren. Fakt ist: Bereits in den 1920er Jahren organisierte der Großmufti von Jerusalem Amin al-Husseini grausame Pogrome gegen Juden und suchte aus eigener Initiative heraus den Kontakt zum NS-Regime, um die Judenvernichtung in Palästina voranzutreiben. Spätestens an dieser Stelle sollte man die Seriosität von Hate Aid in Frage stellen.

Verbindungen zu Islamisten

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass Hate Aid mit fragwürdigen Islam-Organisationen wie „Claim Alliance“ oder der Studentenvereinigung „RAMSA“ kooperiert, die Kontakte zu Islamisten pflegten. So gab es etwa Verstrickungen zwischen Claim und dem zur Verein „INSSAN“, der der Muslimbrüderschaft nahestand. In der Studentenvereineigung RAMSA gab es Kontakte zu den „Grauen Wölfen“, der islamistischen Organisation Millî Görüş und Erdogan-Anhängern.

Zusammen mit „Ramsa“ und „Claim” engagiert sich Hate Aid gegen “antimuslimischen Rassismus”. Damit macht sich die NGO für eine Ideologie stark, die von Islamisten und Erdogan-Anhängern vertreten wird, um Kritik am politischen Islam abzuwehren. Indem der Islam nicht als Religion, sondern – wie Hautfarbe – als biologisches Merkmal verstanden wird, können Islam-Kritiker problemlos als Menschenfeinde diffamiert werden. Reale Probleme des Islam wie Sexismus, Homophobie und Antisemitismus werden durch den Begriff als rassistisches Konstrukt verstanden und komplett geleugnet.

Passend dazu tauchen bei Hate Aid auch Figuren wie Kübra Gümüsay auf, die auf Veranstaltungen von islamistischen Organisationen wie Millî Görüş oder dem Islamischen Zentrum Hamburg (IZH) auftrat. Hate Aid gab auch der Autorin Emilia Roig eine Bühne, die immer wieder antisemitische Narrative verbreitet. So teilte Roig etwa ein Video, in dem gesagt wurde, dass Israel während des Gaza-Krieges einer Waffenruhe in Gaza nur deswegen zugestimmt habe, um „am Black Friday mehr Geld zu verdienen“.

Ein Instagram-Beitrag von Emilia Roig.

Auf Instagram unerstützt Roig Beiträge der Organisation „Palestine Speaks“, die Israel das Existenzrecht abspricht und den 7. Oktober als „revolutionären Tag, auf den man stolz sein kann“ bezeichnete. Auch ein Foto auf Instagram, auf dem eine Aktivistin mit der Hand ein Hamas-Dreieck formt, bekam von Roig ein Herz, wie die Jüdische Allgemeine berichtete.

Hate Aid trägt eigene Ideologie offen zur Schau

Zusammenfassend kann man sagen: Hate Aid verfolgt ganz offensichtlich eine radikal-ideologische Agenda, die Hass nur auf der rechten Seite verortet, während die Gewalt im Islam und der politischen Linken konsequent totgeschwiegen wird. Es wird auch deutlich, dass die NGO ihre´ politische Voreingenommenheit ganz offen zur Schau trägt.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es, wie selbstverständlich und skrupellos Hate Aid in der Öffentlichkeit das Gegenteil behauptete – und somit nicht nur die Regierung, sondern die Bevölkerung für dumm verkauft.

Fake News bei ARD-Kontraste

So präsentierte sich die NGO in einem Beitrag von ARD-“Kontraste” kürzlich als neutrale und seriöse Organisation, die Menschen unabhängig der politischen Gesinnung helfe, um Demokratie zu wahren. Der Vorwurf, dass Hate Aid konservativeren Stimmen die Hilfe verweigere, sei erfunden, um der NGO zu schaden, hieß es.

Um das zu beweisen, führte Kontraste Kritiker der NGO als Lügner vor, die nie eine Anfrage stellten oder auf Mails nicht geantwortet hätten. Als Beispiel wird etwa der Ex-Muslim Ali Utlu genannt, der Hate Aid vorwarf, nicht auf die Morddrohungen von Islamisten reagiert zu haben, die er gemeldet hat. Auf Anfrage von “Triggerwarnung” beteuert Utlu, dass er diese Mails nicht bekommen habe.

Auch der Influenceirn Nina Kirsch wird bei Kontraste vorgeworfen, keinen Antrag gestellt zu haben, sondern sich nur über Chat-Nachrichten gemeldet zu haben. Man habe Kirsch aufgefordert, eine Anfrage zu stellen, was nicht geschehe sei. Kontraste behauptet zudem, dass Kirsch auf die Frage, ob sie sich erneut an Hate Aid gewandt habe, keine Antwort erhalten habe.

Kirsch dementierte das in einem You-Tube-Video und wirft Kontraste tendenziöse Berichterstattung vor. Die Influencerin habe in einer Stellungsnahme nicht nur auf die Frage geantwortet, sondern auch den Hintergrund ihrer Auseinandersetzung mit der NGO erklärt. Diese Infos werden im Beitrag nicht erwähnt.

Hate Aid unterstützt fragwürdige Aktivisten

So wurde Nina Kirsch über einen längeren Zeitraum von der Queer-Aktivistin Jorinde Wiese massive angefeindet. Wiese ist eine bekannte Online-Mobberin, die mehrere Vernichtungskampagnen gegen ihr unbeliebte Personen orchestrierte. So führte sie die Attacken gegen den Comedian Luke Mockridge an und zerstörte – mitunter erfolgreich – die berufliche und soziale Existenz eines Schweizer Autors, was sogar den SRF schockierte.

Auch Kirsch wurde Opfer von Wieses Hasskampagnen, was dazu führte, dass die Adresse von Kirsch im Netz veröffentlichte wurde. Die alleinerziehende Mutter musste umziehen und ging schließlich gerichtlich gegen die Attacken vor. Mit Erfolg.

Verbreitet Hate Aid selbst Hass?

Das Brisante: Kirsch wies Hate Aid in mehreren Chat-Nachrichten immer wieder auf die von Wiese angeführten Hasskampagnen, Attacken und das Doxxing  hin. Doch Hate Aid Hilfe verweigert haben. Stattdessen führt die NGO bis heute Wiese als Werbegesicht auf. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Hate Aid Wiese auch bei ihrem Prozess gegen Kirsch finanziell unterstützte. Wäre es so, würde sich die NGO selbst aktiv an der Verbreitung von Hass und Hetze beteiligen.

Obwohl Kontraste von dem Urteil gegen Wiese wusste und bei Kirsch sogar die Gerichtsakte anfragte, kommt dieses fragwürdige Verhalten von Hate Aid in dem Kontraste-Beitrag nicht vor. Die ARD-Journalisten ließen hier eine ganze Reihe an zentralen Fakten weg, sodass die NGO gut dasteht. Das muss man als Journalist ethisch erst mal verantworten können.

ARD-Kontraste verschweigt Fakten

In dem Beitrag von Kontraste wird mehrmals betont, dass Hate Aid nur offiziell gestellte Anfragen bearbeiten könne und nicht auf Tags oder Nachrichten auf Social Media reagieren könne. Wie unsinnig dieses Argument ist, zeigt die NGO selbst – indem sie immer wieder aus eigenen Stücken gewissen Akteuren unaufgefordert Hilfe anbietet – wie etwa Renate Künast, Luisa Neubauer oder der Streamerin Jurioka.

Bei Personen mit der falschen Meinung schaltete die NGO aber auf Durchzug – egal wie groß der Shitstorm und die mediale Bekanntheit der Betroffenen ist.

Hate Aid lässt Opfer im Stich

Da gibt es etwa die Biologin Marie Luise Vollbrecht, die über Jahre hinweg von Trans-Aktivisten massiv angefeindet wurde, weil sie sagt, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Dutzende von Usern verlinkten die NGO und wiesen sie auf Gewalt- und Hassfantasien gegen Vollbrecht hin. Anstatt die junge Doktorandin zu schützen, machte Hate Aid sie für den Hass verantwortlich. So schrieb die NGO unter einem Beitrag von Vollbrecht, wieso Hate Aid hier schweigt, dass die NGO “nur Menschen helfe, die selbst keinen Hass verbreiten oder zu diesem anstacheln.”

 

Ähnlich verhielt sich die NGO bezüglich eines Beitrages auf X, in dem der Islam-Kritikers Ahmad Mansour Morddrohungen, die er von Islamisten erhalten hat, öffentlich machte. Auf die Frage eines Users, ob Hate Aid hier nicht aktiv werden müsste, antwortete die NGO mit demselben Standardtext.

Hate Aid betreibt hier implizit eine Täter-Opfer-Umkehr: Während sie privilegierten Aktivisten wie Luisa Neubauer unaufgefordert zu Hilfe eilt, lässt sie den Hass von Islamisten und radikalen Aktivisten aus dem linken Spektrum gewähren – und schiebt den Betroffenen auch noch die Schuld zu.

Logik von skrupellosen Diktatoren

Hate Aid offenbart mit so einem Verhalten eine klare Geisteshaltung: Wer nicht nach der politischen Gesinnung von Hate Aid funktioniert, verbreitet Hass – und hat sein Recht auf Demokratie, Hilfe und Zwischenmenschlichkeit verwirkt.

Es ist diese radikale Skrupellosigkeit, die bei Hate Aid so übel aufstößt: Dass man Menschen reflexhaft elementare Werte wie Respekt und Menschlichkeit verweigert, sobald sie ideologisch nicht auf Linie sind.  Wer so denkt, propagiert nicht die Werte einer freiheitlichen Demokratie, sondern die Logik von Diktaturen.

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